Wann braucht man neue Reifen?
Reifen halten nicht ewig. Doch wann braucht man tatsächlich neue Reifen? Eine pauschale Antwort in Kilometern oder Jahren gibt es darauf nicht. Wie schnell ein Reifen verschleißt, hängt unter anderem von der Fahrleistung, dem Fahrstil, dem Reifendruck, der Lagerung und dem Zustand des Fahrwerks ab.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Sommerreifen benötigen in Österreich mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe.
- Winterreifen in Radialbauweise benötigen mindestens 4 Millimeter Profil.
- Einseitig oder unregelmäßig abgefahrene Reifen müssen genau kontrolliert werden.
- Risse, Beulen, Schnitte und Ablösungen können auf einen Reifenschaden hinweisen.
- Wiederkehrender Druckverlust kann durch Reifen, Ventil oder Felge verursacht werden.
- Die DOT-Nummer zeigt das Reifenalter, eine allgemeine gesetzliche Altersgrenze gibt es aber nicht.
Deshalb solltest du nicht nur beim saisonalen Reifenwechsel einen Blick auf deine Sommerreifen, Winterreifen oder Ganzjahresreifen werfen. Viele Anzeichen für abgefahrene oder beschädigte Reifen lassen sich auch ohne technisches Vorwissen erkennen.
1. Die Profiltiefe ist zu gering
Das Reifenprofil sorgt dafür, dass Wasser, Schneematsch und Schmutz aus der Aufstandsfläche verdrängt werden. Wird das Profil zu niedrig, kann der Reifen vor allem bei Nässe oder winterlichen Fahrverhältnissen weniger Reserven bieten.
In Österreich gelten für Pkw folgende gesetzliche Mindestwerte:
| Reifenart | Mindestprofiltiefe |
|---|---|
| Sommerreifen | 1,6 mm |
| Winterreifen (Radialbauweise) | 4 mm |
| Winterreifen (Diagonalbauweise) | 5 mm |
| Ganzjahresreifen als Winterreifen | wie Winterreifen |
Die Profiltiefe lässt sich mit einem Profiltiefenmesser kontrollieren. Miss an mehreren Stellen in den Hauptprofilrillen – auch innen, außen und an der am stärksten abgefahrenen Stelle.
Wichtig bei Winterreifen: Die kleinen Verschleißanzeiger in den Profilrillen, auch TWI genannt, zeigen die Grenze von 1,6 Millimetern an. Für die vorgeschriebene Profiltiefe eines Winterreifens reichen sie daher als alleinige Kontrolle nicht aus.
2. Das Profil ist ungleichmäßig abgefahren
Nicht jeder Reifen nutzt sich gleichmäßig ab. Ist das Profil nur auf einer Seite, in der Mitte oder an beiden Außenkanten stark abgefahren, kann das unter anderem mit dem Reifendruck, der Achsgeometrie oder Bauteilen des Fahrwerks zusammenhängen.
Tipp: Sieh dir nicht nur die gut sichtbare Außenseite an. Drehe bei den Vorderreifen die Lenkung ein und kontrolliere nach Möglichkeit die gesamte Breite der Lauffläche. Ein Reifen kann außen noch ausreichend Profil haben und auf der Innenseite bereits stark abgefahren sein.
3. Der Gummi zeigt Risse oder wirkt porös
Reifengummi altert durch UV-Strahlung, Hitze, Kälte, Feuchtigkeit und Ozon. Dabei kann er mit der Zeit härter und spröder werden. Feine Risse treten häufig an der Seitenwand, zwischen den Profilblöcken oder rund um den Felgenrand auf.
Oberflächliche Spuren lassen sich mit freiem Auge nicht immer eindeutig beurteilen. Deutlich sichtbare oder tiefer reichende Risse müssen jedoch fachlich überprüft werden. Reifen dürfen keine sichtbaren Risse bis zum Unterbau sowie keine Ablösungen an Lauffläche oder Seitenwand aufweisen.
4. Am Reifen sind Beulen, Schnitte oder Fremdkörper zu sehen
Eine Beule an der Seitenwand kann auf einen Schaden am tragenden Unterbau des Reifens hinweisen. Solche Schäden entstehen zum Beispiel nach einem starken Kontakt mit einem Randstein oder beim Durchfahren eines Schlaglochs.
Auch Schnitte, herausgerissene Profilstücke, eingefahrene Schrauben oder Nägel sind Warnzeichen. Ob der Reifen repariert werden kann oder ersetzt werden muss, lässt sich erst nach einer fachlichen Kontrolle feststellen.
Wichtig: Ziehe einen sichtbaren Fremdkörper nicht selbst aus dem Reifen. Solange er steckt, kann er die beschädigte Stelle noch teilweise abdichten.
5. Ein Reifen verliert immer wieder Luft
Musst du den Luftdruck eines Reifens regelmäßig korrigieren, sollte die Ursache geklärt werden. Hinter dem Druckverlust können beispielsweise eine kleine Stichverletzung, ein undichtes Ventil, eine beschädigte Felge oder ein Problem an der Dichtfläche zwischen Reifen und Felge stecken.
Vergleiche den gemessenen Reifendruck immer mit den Angaben des Fahrzeugherstellers. Diese findest du je nach Auto etwa in der Betriebsanleitung, an der Innenseite der Tankklappe oder am Türholm. Ein Reifendruckkontrollsystem kann vor einem deutlichen Druckverlust warnen, ersetzt die regelmäßige Sicht- und Luftdruckkontrolle aber nicht.
6. Die Reifen sind bereits mehrere Jahre alt
Auch ein Reifen mit ausreichend Profil kann durch Alterung an Leistungsfähigkeit verlieren. Das Herstellungsdatum erkennst du an der vierstelligen DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Kalenderwoche, die letzten beiden für das Jahr.
Beispiel: „2422“ bedeutet, dass der Reifen in der 24. Kalenderwoche 2022 hergestellt wurde.
Eine allgemeine gesetzliche Altersgrenze für Pkw-Reifen gibt es in Österreich nicht. Das Alter allein entscheidet daher nicht automatisch über einen Austausch. Bei älteren Reifen sollte jedoch besonders genau auf Risse, Verhärtungen, Beschädigungen und Veränderungen beim Fahrverhalten geachtet werden. Bei Winterreifen nennt der ÖAMTC etwa sechs Saisonen als Orientierung für einen Austausch – auch dann, wenn noch ausreichend Profil vorhanden ist.
Im Zweifel entscheidet der genaue Reifencheck
Zu wenig Profil, unregelmäßiger Abrieb, Risse, Beulen, wiederkehrender Luftverlust oder ein hohes Reifenalter: Diese sechs Anzeichen kannst du selbst erkennen. Ob ein beschädigter Reifen noch verwendet oder repariert werden kann, lässt sich von außen jedoch nicht immer sicher feststellen.
Wenn beim Kontrollieren etwas auffällt oder ohnehin der nächste Reifenwechsel ansteht, kann der Zustand deiner Reifen in einer Forstinger Fachwerkstatt geprüft werden. Deinen Reifenwechsel-Termin kannst du direkt online buchen.
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